4-12-2017 Heute hätte mein erster Arbeitstag sein können

Heute ist ein schwarzer Tag für mich. Bisher hatte ich immer Arbeit, weil ich arbeiten will. Komischerweise läuft das hier im Norden ganz anders, als in Süddeutschland. Man sollte nicht glauben, was das ausmacht. Heute wäre mein erster Arbeitstag gewesen, bei dem ich ein süßes Mädchen in der Schule begleitet hätte. Die Eltern und ich waren uns auf Anhieb sympathisch und ich habe mich schon auf den Jahresvertrag gefreut. Schulbegleitungen werden immer erstmal für ein Jahr bewilligt. Bewilligt vom Jugendamt - und genau da liegt der Hund begraben. Dort sitzt eine Sachbearbeiterin, die mich - weshalb auch immer - abgelehnt hat als Inklusionskraft. 

 

Ich habe dem Amt, d.h. dem Abteilungsleiter geschrieben und um Aufklärung und Bereinigung gebeten. (Mehr dazu hier). Ich habe dem Amt eine Frist zur Klärung gesetzt bis 1-12-2017. Letzte Woche kam nur, dass der Abteilungsleiter mein Schreiben erhalten habe und er sich mit mir in Verbindung setzen möchte. Bis Freitagmittag, 13 Uhr setzte sich aber niemand mit mir in Verbindung.  Deshalb schrieb ich dem Amt erneut eine Mail, in der ich die Ernsthaftigkeit der Sache nochmal deutlich machte und die Tatsache, dass ich mich gezwungen sehe, einen Anwalt einzuschalten. (Für mich - und auch für viele Leute, mit denen ich darüber gesprochen habe - ist dies Mobbing, was seitens des Amtes passiert ist.)

 

Noch am Freitagnachmittag bekam ich tatsächlich eine Antwortmail, dass man sich wieder mal wegen "krankheitsbedingten Gründen" nicht früher melden konnte oder aber die Sache angehen konnte. Im Laufe dieser Woche, wolle man sich bei mir melden.

 

Für heute Nachmittag habe ich einen Anwaltstermin ausgemacht. 

 

Hey, man muss sich das echt vorstellen: Ich möchte arbeiten gehen; ich muss arbeiten gehen, wegen der Rente; und ich hätte einen Vertrag haben können - wenn nicht eine mir völlig unbekannte Sachbearbeiterin gesagt hätte "Nein, Frau W. möchten wir nicht einsetzen aus datenschutzrechtlichen Gründen". - Ich stehe heute da, wie gegen die Mauer gerannt.

 

Seit zwei Jahren bewerbe ich mich schon. Im besten Fall bekomme ich viele Wochen später eine Absage, wenn überhaupt sich einer die Mühe macht, ein paar Zeilen zu verfassen. Letztes Jahr arbeitete ich für drei Monate bei der Post, habe Postfächer einsortiert. Weil da einiges mit der Post schief ging, habe ich mich in Absprache mit dem Chef darum gekümmert, dies in Ordnung zu bringen. Dies klappte dann auch. Allerdings, wollte der Chef mich nicht für die tatsächlich geleistete Arbeit bezahlen, verlangte letztlich, ich solle Post, die ich in der bezahlten Zeit nicht einsortiert bekomme, nach hinten stellen! Weil ich mich weigerte, dies zu tun (schließlich warten die Menschen doch auf ihre Sachen),  hat er mich rausgeworfen.

Und jetzt - schon wieder: Ich war so froh eine Arbeit in meinem Beruf gefunden zu haben. Es fühlte sich so gut an ...

 

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