27-11-2017 Missverständnisse bedrohen berufliche Existenz

Vor zwei Jahren sind wir von Baden-Württemberg nach Niedersachsen umgezogen. Damals habe ich mich relativ gleich an das Jugendamt gewandt, weil sämtliche Unterstützung, die für uns empfohlen wurden, dort zu beantragen sind. Leider gab es viele Missverständnisse, für die heute vielfach ich verantwortlich gemacht werde. Dennoch versuchte ich vor einem Jahr mit all meiner mütterlichen Kraft, die Rechte meiner Kinder einzufordern. Dies war beim Amt scheinbar nicht immer gern gesehen, was aus den negativen Berichten und Protokollen bezüglich meiner Person hervorgeht.

 

Beide Kinder sind zwischenzeitlich auf einem sehr guten Weg angekommen. Meine Tochter ist Dank der Unterstützung der Jugendhilfe in einer tollen Einrichtung mit Wohngruppe und Realschule und mein Sohn darf Dank des Schulamtes in eine sehr tolle E-Schule (Schule mit emotional-sozialem Förderschwerpunkt). Bei beiden Kindern sind schon nach drei Monaten sichtbare Fortschritte erkennbar.

 

Nach all den Strapazen in den vergangenen zwei Jahren, war ich überglücklich wieder Arbeit in meinem Beruf als Erzieherin gefunden zu haben. Dies trägt ja erheblich zur Steigerung der Lebensqualität bei. Endlich wieder raus zu kommen, für andere da zu sein; eigenes Geld zu verdienen; welche Mutter kennt das nicht?

 

Doch leider wird mir diese gefundene Arbeit nun seitens des Jugendamtes streitig gemacht. (Dies war übrigens auch der berühmte Tropfen zu viel, der das Fass zum Überlaufen brachte - deshalb habe ich diese Internetseite überhaupt erschaffen!)

 

Wenn ein Tropfen das

Fass zum Überlaufen bringt,

dann rinnt immer mehr heraus,

als nur dieser eine Tropfen.

Vorweg für Sie zum Verständnis: Als Erzieherin habe ich mich bei einem Träger des Familienentlastenden Dienstes als In­klusions­helfer in der Schulassistenz beworben und dadurch eine Familie aus …………… kennen ­gelernt. Von beiden Seiten hat das Kennenlernen gut gepasst. Wenige Tage später kam von Arbeitgeber eine nicht eindeutige Absage, dass sich das mit der Begleitung irgendwie erledigt hätte; es würde eventuell von jemand anderem übernommen. Undeutlich, schwammig eben. Da mir gesagt wurde, ich sei zu derzeit die einzige verfügbare Fachkraft, kam mir diese Ablehnung merkwürdig vor. Wochen später habe ich beim Arbeitgeber nach­gefragt, aber mir wurde nur ganz knapp gesagt, sie hätten meine Unterlagen wieder zum allgemeinen Pool zurückgelegt. Daraufhin habe ich mich beim einem anderen Träger für entlastende Dienste beworben. Über diesen bin ich derzeit in einer Krankheitsvertretung tätig und es erfüllte mich zunächst mit Freude, wieder als Erzieherin tätig zu sein und für andere da zu sein. Kurze Zeit später kam auch schon eine An­fra­ge auf Schulbegleitung – wieder aus ………….. Ich habe die Familie kennengelernt, man war sich auf Anhieb sympathisch und die Mutter hat dies dem Jugendamt, das für die Bewilligung der Maßnahme (Eingliederungshilfe nach § 35 a SGB VIII in Form einer Schulbegleitung) zuständig ist, so mitgeteilt. Allerdings war die Familie dann überrascht, dass man meine Person als Inklusionshelfer abgelehnt hat und ihnen aufgetragen hat, sich nach jemand anderem umzusehen. Dies wollte die Familie zu­näch­st nicht. Doch auch vom Träger/Arbeitgeber kam sodann eine kurze und knappe Absage, dass das Jugendamt mich aus "datenschutzrechtlichen Gründen" abgelehnt habe und sie würden meine Unterlagen zum Pool zurücklegen … - Dies machte mich stutzig und wirft natürlich sehr viele Fragen in mir wach.

"Wo es Verantwortung gibt, gibt es keine Schuld."       - Albert Camus, franz. Schriftsteller -

 

Es drängt sich uns der Verdacht auf, dass ich beim Jugendamt für alles verantwortlich ge­macht werde. Die Berichte und Protokolle sind bezüglich meiner Person so negativ verfasst und lassen mich in einem ganz schlechten Licht da stehen. Ich hätte die falschen Anträge ge­stellt, ich hätte Maßnahmen abgelehnt und sei zudem auch noch unverschämt und un­be­rech­en­bar – ja sogar könnte "…nicht eingeschätzt werden, welche Gefahr…" von mir aus­ginge.  – Eigene Fehleinschätzungen oder Versäumnisse räumt das Amt nicht ein.

 

Es stimmt, im letzten Jahr war ich erheblich weit über meinem nervlichen Limit unsere ganze Familie war dies aus besagten Gründen.

Eins möchte ich aber in aller Deutlichkeit hervorheben: Ich habe meinen Kindern zu keiner Zeit Gewalt angetan!  So wie ich mich für die Rechte meiner Kinder einsetze, genau so würde ich es auch für jedes andere Kind tun, das Unterstützung braucht.

 

Wenn mein Name beim Jugendamt scheinbar so negativ belastet ist, dass es mich jetzt sogar als Inte­gra­tions­helfer ablehnt, dann wurde im letzten Jahr wohl ziemlich viel miss­ver­stan­den und das nicht nur von mir.  Außerdem wird da­durch ein sehr negatives Bild über mich ge­streut, das sehr ruf­schäd­i­gend ist und sogar meine berufliche Existenz gefährdet!

(hierbei möchte ich zu bedenken geben, dass beide großen Träger der Entlastenden Dienste auch andere Arbeitsstellen anbieten, bei denen ich als Erzieherin dann wohl nicht mehr arbeiten kann, z.B. in Kindergärten).

  

Der oben beschriebenen Ablehnung fehlt allerdings jegliche Grundlage. Weder kennt mich die Sachbearbeiterin persönlich, noch kennt sie meine Kompetenzen als Fachkraft. Allen Eltern, die eine Bewilligung für einen Schulbegleiter erhalten, wird gesagt, sie können sich über die örtlichen Träger (Malteser, Lebenshilfe, DRK, Caritas etc.) einen Schulbegleiter aussuchen. Weshalb dann seitens des Amtes eine Ablehnung überhaupt erfolgen kann, ist mir nicht klar. Was ich allerdings weiß, ist, dass dies in meinem Fall zwei Mal so geschehen ist. Das erste Mal Anfang September und jetzt eben vor 14 Tagen. Jedes Mal von derselben Sach­be­ar­beit­erin und jedes Mal wurde den Familien gesagt, sie müssen sich eine zweite/andere Person ansehen. Den Dienstanbietern (also meinen Arbeitgebern) wurde gesagt "aus daten­schutz­rechtlichen Gründen" - wenn ich dem hoffentlich so glauben darf.

 

Ich habe das Jugendamt um ein klärendes Gespräch in großer Runde gebeten.  Wie auch immer all diese "Missverständnisse", Ungereimtheiten oder Irrtümer geklärt werden können, so fordere ich von der Jugendhilfe doch mindestens, dass die Sachbearbeiterin, die mich so ausdrücklich ablehnt, unser Akte einmal gründlich reflektiert und vielleicht Verständnis aufbringt für eine so dringend um Hilfe bittende Familie; und eine Mutter nicht verurteilt, die wie eine Löwin kämpft, damit ihre Kinder zu ihrem Recht kommen! Und danach sollte die Sachbearbeiterin sich umgehend bei den zwei Trägern revidieren und darum bitten, dass diese mich weiterhin als Inklusionshelferin an Familien vermitteln.

 

"Nie sind uns Menschen unsympathischer, 

als wenn wir unsere schlechte Meinung über sie

revidieren müssen."         - Paul Mommertz, deut. Schriftsteller - 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Steffi (Montag, 27 November 2017 15:02)

    Hey,
    gerade las ich deinen Blogpost hier und muss echt schlucken! Da treibt es mir den Puls hoch und ich würd am liebsten ganz böse Dinge 'auskotzen', aber ich bleibe mal wieder gefasst und hoffe, dass sich alles zum Guten wenden wird!
    Zur Not solltest du bei so einer Situation vielleicht doch einen Anwalt um Rat und juristischen Beistand bitten.

    Alles Gute und viel Erfolg bei deinem Kampf!

    LG Steffi